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Balis Ureinwohner in Tenganan begegnen

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[su_heading]Nördlich von Candi Dasa- etwa 250 Meter über Meeresspiegel wunderschön in einem grünen Talkessel gelegen befindet sich das bekannteste Bali Aga-Dorf Balis: Teganan. Die Bali Aga sind so etwas wie die Ureinwohner Balis, deren Traditionen noch auf prä-hinduistische Zeiten zurückgehen, die sich z.T. deutlich von der Kultur im übrigen Bali unterscheidet.[/su_heading]
[su_box title=”Im Überblick” style=”soft” box_color=”#DD3333″]

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Balis Ureinwohner in Tenganan begegnen

Bei den Bali Aga – den Ureinwohnern der Insel Bali – gibt es kein Kastensystem und sie lehnen auch andere hinduistische Bräuche ab, etwa die Totenverbrennung und die Zahnfeilung ab.  Seit Jahrhunderten sind die Bewohner Tenganans ihren Traditionen treu geblieben und gelten als die konservativsten unter den Bali Aga.  Andere Dörfer der Bali Aga sind Trunyan oder die Region um Pacung und Sembiran. Gegen Bezahlung einer Eintrittsegbühr kann das Dorf betreten und besichtigt werden.

Der Aufbau der Dorfes

Am Eingang zum ursprünglichen Bali steht ein Kassenhäuschen
Am Eingang zum ursprünglichen Bali steht ein Kassenhäuschen

Das Dorf mit seinem rechteckigen Ortskern und schachbrettartigen Grundriss besteht nur aus zwei parallel verlaufenden Straßen und kann nur durch eines der vier Tore betreten werden.  Mit seiner langen Umfriedungsmauer ähnelt Tenganan daher fast an eine Art Festung. entlang zweier überbreiter Pflaster- und Lehmstraßen reihen sich lückenlos aneinander grenzende, schlichte Häuser. In der Straßenmitte – auf terrassenförmig ansteigenden Grasflächen befinden sich einige Gemeindegebäude wie Reisspeicher, Versammlungshallen und Schreine und Pavillons. Hier spielt sich das soziale Leben Tenganans ab. Die Architektur des Dorfes ist noch weitgehend authentisch geblieben, auch wenn Zeichen der Moderne natürlich längst Einzug erhalten haben, wie unschwer an den Strommasten und Satellitenempfängern erkennbar ist.

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Betritt man das Dorf durch den südlichen Haupteingan sieht man rechterhand zwei kleine Tempel. Ihnen gegenüber steht die lange Halle (Bale Agung) in der sich der Ältestenrat des Dorfes trifft. Nördlich davon liegt der Wachturm (Kulkul), in dem Trommelschläge das morgendliche Wecksignal geben. Auf den kommenden Anhöhen in nördlicher Richtung liegen weitere Versammlungshallen wie die Bale Petemu Tengah und die Bale Petemu Kaja. Weiter oberhalb befindet sich das Haus des Dorfrates (Banjar) und daneben der Bale Gambang, in der bei religiösen Zeremonien die spezielle Gamelan Gambang-Musik gespielt wird. Am nördlichen Ende des Dorfes, außerhalb der Befestigungsmauer, befinden sich die öffentlichen Bäder und der alte Dorftempel Pura Puseh, der aus mehreren archaischen Schreinen besteht.

Am nördlichen Ende Tenganans liegt der Friedhof, da die Toten des Ortes anders als im restlichen Bali nicht verbrannt sondern bestattet werden. Dies ist eine wichtiger Aspekt der kulturellen Identität der Bali Aga, die sich der Hindu-Javanisierung während der Majapahit-Epoche entziehen konnten. Eine besondere Rolle in der Glaubenswelt Tengans spielen die heiligen, unbearbeitete Steine (Batu menurun). Beachtenswert ist auch der am oberen Ende des Dorfplatzes stehende megalithische Götterthron.

Die Kultur Tenganans

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Der Architekturstil Tenganans ist stärker polynesisch als balinesisch. So gibt es etwa eine Vielzahl von Langhäusern, die man so nicht an anderen Orten der Insel wiederfindet. Die Bewohner wohnen in einer Art Kommune, es gibt keinen privaten Landbesitz, denn alles Land gehört der Dorfgemeinschaft. Die Bewohner Tenganans verfügt über eigene kulturelle Ausdrucksformen, speziell Tänze, wie den Abuang-Tanz oder jährlich stattfindende rituelle Zweikämpfe.

Traditionelle Webkunst

Weltweit bekannt und von Sammlern sehr geschätzt sind die im komplizierten Verfahren des Doppel-Ikat hergestellten Geringsing-Stoffe der Tengananer. Bei dem sehr alten Handwebverfahren, das vor der Zeitenwende mit der Dong-son-Kultur nach Indonesien kam und heute nur noch im Bali-Aga-Dorf Tenganan gepflegt wird, verarbeiten Frauen gemusterte Fäden, die vor dem Webvorgang nach einem bestimmten Plan bündelweise gefärbt wurden. Hierzu bindet man die Kett- oder/und Schussfäden an bestimmten Stellen mit farbresistentem Bast und Blättern eng zusammen, so dass sie beim Eintauchen in die Farbe – meist blutrot oder indigo – diese nicht annehmen.

In der Nähe von Tenganan befinden sich zwei weitere Bali-Aga-Dörfer, Asak und Bungaya, die aber längst nicht mehr so traditionell sind. Asak besitzt ein antikes Gamelan mit hölzernen Klangkörpern. Bungaya, wie Tenganan von Mauern umgeben, wird von Steinmetzen und Korbflechtern bewohnt.

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