Singaraja – Die Löwenstadt

Singaraja ist die größte Stadt im Norden Balis und nach Denpasar sogar zweitgrößte Stadt der Insel.

Zu Kolonialzeiten war die Stadt eine lebhafte Hafenstadt und sogar das Verwaltungszentrum. Heute ist der Hafen geschlossen und der Titel Inselhauptstadt an Denpasar verloren. Daher wirkt Singaraja trotz seiner Größe ein wenig verschlafen.

Singaraja ist der Ort Balis, der zuerst Kontakt mit Europäern hatte. Etwa Ende des 16. Jahrhunderts kamen die Holländer zum Handeltreiben hierher, angelockt von den großen Profiten, die hier ganz offensichtlich erwirtschaf­ten ließen. Schließlich verfügte Singaraja bereits zu jener Zeit über einen guten Hafen. Allerdings dauerten die „freundli­chen“ Handelsbeziehungen nicht lange. Schon bald war die Gier der Europäer nicht mehr auf friedliche Weise zu be­friedigen und 1846 kam es zum ersten Invasionsversuch der Holländer.Zwei Jahre später war der Norden Balis schließlich besetzt. Bis zur Unabhängigkeit Indonesiens war Singaraja Verwaltungszentrum der kolonialen Provinz Bali.

Heute ist Singaraja die Hauptstadt des Regierungsbezirks (und ehemaligen Königreichs) Buleleng und damit die wirtschaftlich wichtigste Stadt im Norden der Insel. Die glanzvolle Geschichte der Stadt ist noch gut anhand des Stadtbildes erkennbar, das in weiten Teilen von typisch kolonialer Architektur geprägt ist. Man erkennt an vielen Gebäuden entlang der Hauptstrassen, insbesondere in der Nähe des Marktes, den holländischen Stil. Massentourismus gibt es hier nicht, trotz der relativen Größe der Stadt ist das Leben hier eher ruhig und beschaulich.

Ein Rundgang durch Singaraja

Pura Jagatnatha, der größte Tempel im Norden Balis

Pura Jagatnatha, der größte Tempel im Norden Balis

Wenn du einen Stadtrundgang unternehmen möchtest, dann beginne am besten am alten Hafen. Bereits seit längerem legen hier keine Schiffe mehr an. Ein neuerer Hafen ist in dem kleinen Ort Celukan-Bawang, etwa 30 km westlich von Singaraja entstanden.

Am Eingang zum alten Hafen befindet sich das Unabhängigkeitsmonument Yudha Mandala Tama. Im Hafen selber ist nicht mehr viel los, ein Spaziergang entlang der alten Kaimauer, über schwarzen Kiesstrand mit Blick auf die alten Lagerhäuser und bunte Fischerboote ist jedoch durchaus stimmungsvoll. Auf Stelzen ins Meer gebaut befinden sich einige einfache Restaurants, hier lohnt es sich durchaus Mal für eine Erfrischung und eine Portion Nasi Goreng eine Pause einzulegen.

Abseits des Hafens

In der Jalan Erlangga befindet sich ein kleiner Konfuziustempel der chinesischen Gemeinde. Sehenswert ist auch Singa Ambara Raja-Statue (geflügelter Löwe, der auf einer Lotosblüte sitzt), die sich an einer Kreuzung im Osten der Stadt befindet.  Auch der Markt ist sehenswert (Jl. Jen Ach­med Yani). Hauptverkaufsgüter des Or­tes sind Schweine, Kopra, Gewürze und Kaffee.

Gedong Kirtya

Gedong Kirtya01

Singaraja beherbergt mit der Gedong Kirtya die bedeutendste lontar-Bibliothek der Welt. Hier langern rund 5000 Manuskripte aus Palmblättern, geschützt in Zinkschachteln. Kulturgeschichtlich Interessierten ist ein Besuch der Lontarblatt-Bibliothek durchaus zu empfehlen. Dort findet sich eine umfangreiche Sammlung antiker Schriften auf diesen Lontar-Blättern. So werden die Geschichten aus dem Mahabarata und dem Ramayana, philosophische und erbauliche Texte sowie Abhandlungen zur Pflanzenmedizin seit über 1000 Jahren festgehalten. Gleich neben an liegt die Touristenauskunft für den Distrikt Buleleng.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung Singarajas

Pura Beji in Sangsit

Der Pura Beji liegt im Ort Sangsit, östlich der Stadt Singaraja. Der Tempel ist einer der schönsten Tempel im Norden der Insel. Es handelt sich bei diesem Tempel um einen sogennanten Subaktempel, der etwa im 15. Jahrhundert errichtet wurde und der Reisgöttin Dewi Sri gewidmet ist. Im Gegensatz zu der üblichen Tempelbauweise finden sich im Pura Beji nicht zahlreichen Altäre und Merus, sondern verfügt über ein zentrales Hauptgebäude im Innern der Tempelanlage. Üppige, überschwängliche Plastiken als Dekor an Toren, Mauern und Pavillons zeichnen diesen Tempel im Besonderen aus und sind der entscheidende Anziehungspunkt für viele Besucher.

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