Ostbali

Die alte Königsstadt Klungkung

Klungkung ist das Eingangstor zum Osten der Insel Bali. Die Stadt gehört zwar nicht unbedingt zu den Hauptattraktionen der Insel Bali, wird aber bei zahlreichen Ausflügen in den Ostteil der Insel für einen Zwischenstop genutzt.Heute ist die Stadt zwar eine eher unscheinbare Kreisstadt – Zentrum des gleichnamigen Regierungsdistriktes und trägt seit 1995 den offiziellen Namen Semarapura. Nach wie vor ist der Ort aber unter seinem alten Namen Klungkung bekannt und der kann auf eine geschichtlich bewegte Vergangenheit zurückblicken.

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So war Klungkung lange Zeit das Zentrum eines einflussreichen Königreiches. Heute zeugt noch der Taman Gili – der Rest der alten Palastanlage von der glorreichen Vergangenheit. Klungkung zählt zwar nicht zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Insel, sollte aber im Rahmen einer Tour durch den Ostteil Balis unbedingt einmal mitbesichtigt werden. Hier kann man viel über die ursprüngliche Kultur der Insel erfahren.

[su_box title=”Klungkung im Überblick” box_color=”#5c85B3″]

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[su_spoiler title=”Highlights” style=”fancy”] Besuch des Taman Gili, Besuch des Museum Semarapura [/su_spoiler]
[su_spoiler title=”Tagesausflug buchen” style=”fancy”] Eine Tagestour nach Ostbali buchen[/su_spoiler]
[su_spoiler title=”Übernachten in der Nähe” style=”fancy”] Am besten in Ubud oder Candi Dasa[/su_spoiler]
[su_spoiler title=”Sehenswertes in der Umgebung” style=”fancy”] Das grüne Hinterland von Candidasa (10 km), Padang Bai (15 km) oder Die Stadt Bangli (10 km)[/su_spoiler]
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Klungkungs Goldenes Zeitalter

Der sich seit Beginn des 15. Jahrhunderts auf Java rasch ausbreitende Islam veranlasst viele Hindus des zusammenbrechenden Königreichs Majapahit auf der Nachbarinsel Zuflucht zu suchen. Der Sohn des letzten Majapahit-Fürsten gründete hier die Gelgel-Dynastie und verlieh sich selber den Titel “Dewa Agung”.  Nachdem sich das Königreich etabliert hat, begann ca. 1550 die Expansion.

Von Klungkung aus wurden die bis dato einzelnen autonomen Königreiche zu einem stark zentralisierten Reich vereint und anschließend Ostjava sowie die Nachbarinseln Lombok und Sumbawa erobert.  Es begann eine mehrere Jahrhunderte dauernde Blütezeit der balinesischen Kultur, die erst 1908 mit der Eroberung durch die niederländischen Kolonialstreitmächte endete. Klungkung stand als letztes aufständisches Königreich der Kolonialmacht entgegen.

Als die Niederlage sich bereits abzeichnete wählte die Königsfamilie mit hunderten Untergebenen den rituellen Freitod (Puputan) im Kugelhagel der holländischen Soldaten. Vom Glanz des mächtigen Gelgel-Reiches ist nicht mehr viel erhalten. Die  Niederländer zerstörten so ziemlich alle bedeutenden Bauwerke während der Unterwerfung. Ein Mahnmal (Monumen Puputan) direkt in der Stadtmitte erinnert an diese Tragödie.

1.Besuch der Kerta Gosa

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Heute ist der Höhepunkt der Stadtbesichtigung ein Besuch des Taman Gili mit der Gerichtshalle Kerta Gosa, die 1686 von Dewa Agung Jambe erbaut wurde. Die Atmosphäre der parkähnlichen Anlage  ist durch die Lage direkt an der Hauptstrasse beeinträchtigt. Der Gang durch die durchaus schön angelegte Anlage wird vom Lärm der Autos und Dutzender Motorräder überschattet. Bereits auf dem Parkplatz angelangt und gerade aus dem Auto ausgestiegen, werde ich bereits von zahlreichen Händlern und selbsternannten Guides umlagert.

Trotzdem schaffe ich nach Entrichtung des obligatorischen Eintritts in den Park hinein. Der Taman Gili darf übrigens auch nur mit einem Sarong betreten. Innen angelangt fällt als erstes der Bale Kambang (Schwimmender Pavillon) ins Auge. Ein Pavillon, der inmitten eines Teichs errichtet wurde und den Eindruck vermittelt im Wasser zu schwimmen. Eine kleine Brücke, die links und rechts von Dämonenstatuen bewacht werden, führt in den offenen Pavillion. Auffällig sind hier die Deckenmalereien, die Szenen aus dem Sutasoma-Epos abbilden. Die Bale Kambang diente früher der Königsfamilie als Ort für religiöse Zeremonien.

Schräg gegenüber liegt die Kerta Gosa, ein weiterer Pavillion der jahrhundertelang als Balis oberster Gerichtshof fungierte.  Zahlreiche Deckenmalereien deuten an, welche Strafen hier früher vollzogen wurden. Auch die reich verzierten Stühle der Richter sowie ein zugehöriger Tisch sind noch zu sehen. Einzigartig sind aber insbesondere die im Wayang-Stil ausgeführten Malereien im Dachstuhl der Halle. Diese stammen von Malern aus dem nahe gelegenen Künstlerdorf Kamasan, wo man auch heute noch ähnliche Malereien auf Leinwand erstehen kann. Die Deckengemälde der Kerta Gosa wurden erst 1960 im Zuge einer Restaurierung angebracht. Zuvor wurde die Gerichtshalle mit auf Stoffen aufgebrachten Malereien verziert.

[su_heading size=”16″]Taman Gili ist nicht allzu groß, so dass man je nach Interesse für Kulturgeschichte 30 bis 60 Minuten für einen Besuch ausreichend sind[/su_heading]

2. Lokalgeschichte im Museum Semaraya

Am rückwärtigen Teil des Taman Gili sind noch Überreste der Mauer des 1908 zerstörten Königspalastes zu erkennen. Zur Anlage gehört auch ein kleines Museum, das Museum Semaraya, dessen Besuch im Eintrittspreis inbegriffen ist. Das Museum wird etwas veraltet, bietet aber interessante Infos über die Kunst des Songket-Webens, die traditionelle Palmweinherstellung, die Techniken der Salzgewinnung und den aufopferungsvollen Kampf gegen die Holländer von 1908.

[su_heading size=”16″]Ein Besuch ist nur für Hardcore-Museumsfans sinnvoll[/su_heading]

3. Traditionelle Malerei in Kamasan

Etwa zwei Kilometer südlich von Klungkung liegt der einzige Ort auf Bali, in dem noch heute im klassischen Wayang-Stil gemalt wird. Dir wird sofort auffallen, das der Stil hier wesentlich weniger touristischer ist, als bei der eher modernen Malerei in Ubud. Durch die bemerkenswerte Restaurierung der Deckengemälde im Taman Gili seit 1960 fand die Kamasan-Malerei neue Beachtung.

An einem Gemälde im typischen Kamasan-Stil genannt wird, arbeitet oft die ganze Familie, wobei der Meister – meist das männliche Familienoberhaupt – die Linienführung vorgibt. Das Erlernen dieser Maltechnik erfordert jahrelange Übung. Wenn Du  ein Kamasan-Gemälde erwerben möchtest, solltest Du eine der zahlreichen Galerien vor Ort besuchen.

Im Dorf  befinden sich auch einige Goldschmiede, die sich mit Schmuckherstellung beschäftigen – hier wird nicht für Touristen gefertigt, sondern für Tempel- und Opferzeremonien.

[su_heading size=”16″]Wenn Du Dich für Kunst interessierst ist ein Besuch in Kamasan sehr zu empfehlen[/su_heading]

4. Gunarsa Museum of Classical and Modern Art in Banda

Das vollkommen zu Unrecht oft übersehene Gunarsa Museum of Classical and Modern Art liegt etwa fünf Kilometer südwestlich von Klungkung. Nyoman Gunarsa, selbst ein bedeutender Maler, hat hier eine Vielzahl an Schätzen für die Nachwelt gesammelt und sowohl das eigene Vermögen als auch Zeit dafür verwandt, ins Ausland verkaufte Gemälde zurück in die Heimat zu holen.

Das obere Stockwerk des Museums ist ganz der Vergangenheit gewidmet und beherbergt neben traditioneller Kunst auch allerlei Requisiten, Masken und Möbel. In den unteren Ebenen können Statuen und Skulpturen aus Stein und Holz sowie Gemälde im Kamasan-Stil bestaunt werden, darunter einige sehr alte. Außerdem kann man sich Werke des Museumsgründers und sein für die Öffentlichkeit zugängliches Studio anschauen.

5. Den Gong-Schmieden in Tihingan bei der Arbeit zuschauen

Knapp zwei Kilometer westlich des Ortszentrums von Klungkung liegt dieses Handwerkerdorf. Wer besonders früh aufsteht, hat eventuell Glück und kann einen Blick ins Innere der Bronzeschmiede werfen und den Kunsthandwerkern bei der Herstellung von Gongs und Gamelan-Instrumenten über die Schulter schauen. Obwohl sich an der Straße einige kleine Shops finden, werden die gefertigten Instrumente nur selten an Touristen verkauft.

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